{"id":1345,"date":"2020-05-16T16:44:55","date_gmt":"2020-05-16T14:44:55","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft-durch-erinnerung.de\/?page_id=1345"},"modified":"2020-09-27T11:51:57","modified_gmt":"2020-09-27T09:51:57","slug":"glossar","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/zukunft-durch-erinnerung.de\/index.php\/glossar\/","title":{"rendered":"Glossar"},"content":{"rendered":"<p>Die nachstehenden Definitionen und Erl\u00e4uterungen sind, soweit nicht anders angegeben, den folgenden Websites entnommen:<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/www.ns-zwangsarbeit.de\/alltag-zwangsarbeit\/\">Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit<\/a><\/span><\/strong> Als Archiv-, Ausstellungs- und Lernort informiert das Dokumentationszentrum insbesondere \u00fcber die Geschichte und Dimension der gr\u00f6\u00dften Gruppe der NS-Zwangsarbeit.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><strong><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/www.bundesarchiv.de\/zwangsarbeit\/index.html\">Zwangsarbeit im NS-Staat. <\/a><\/strong><\/span>Das Bundesarchiv bietet das Informationsportal &#8222;Zwangsarbeit im NS-Staat&#8220; in Zusammenarbeit mit zahlreichen archivischen Einrichtungen im In- und Ausland an. Die Entwicklung des Portals wurde von der Stiftung &#8222;Erinnerung, Verantwortung und Zukunft&#8220; (EVZ) gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zwangsarbeit-archiv.de\/links\/index.html\"><strong><span style=\"color: #0000ff;\">Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte.<\/span><\/strong><\/a> Eine Kooperation der Stiftung &#8222;Erinnerung, Verantwortung und Zukunft&#8220; mit der Freien Universit\u00e4t Berlin und dem Deutschen Historischen Museum<\/p>\n<p><em>Wir bedanken uns f\u00fcr die freundliche Genehmigung! Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen zum Glossar haben, wenden Sie sich bitte per E-Mail an: Ann-Katrin Fahrenkamp, akfahrenkamp@gmail.com. Vielen Dank!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Au\u00dfenlager KZ Sachsenhausen<\/h2>\n<p>Das System der Konzentrationslager in Europa umfasste in der Zeit zwischen 1936 und 1945 insgesamt 24 Hauptlager und \u00fcber 1.000 Au\u00dfenlager. Das KZ Sachsenhausen bei Berlin fungierte ab Sommer 1936 als \u201eMusterlager\u201c. Ausgehend davon entstanden neue gr\u00f6\u00dfere Konzentrationslager.<\/p>\n<p>Alle Konzentrationslager hatten <strong>Au\u00dfenlager bzw. Au\u00dfenkommandos<\/strong>. Die Au\u00dfenlager unterstanden der Verwaltung und Verf\u00fcgungsgewalt des jeweiligen Stammlagers und waren von unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe und Dauer. H\u00e4ftlinge, die Zwangsarbeit in den Au\u00dfenkommandos verrichten mussten, kehrten hingegen in der Regel nach dem t\u00e4glichen Arbeitseinsatz in das Hauptlager zur\u00fcck. W\u00e4hrend die Stammlager befestigt waren und \u00fcber eine komplexe \u00dcberwachungsstruktur verf\u00fcgten, variierte dies bei den Au\u00dfenlagern. Diese waren zum Teil nur mit einem Stacheldraht umz\u00e4unt oder die H\u00e4ftlinge waren in Geb\u00e4uden untergebracht, die sich in der N\u00e4he der Arbeitsst\u00e4tte befanden. Mobile Au\u00dfenkommandos wurden von SS-Wachmannschaften begleitet und \u00fcberwacht.<\/p>\n<p>Durch den zunehmenden Arbeitseinsatz der H\u00e4ftlinge in den Siedlungs- und Bauprojekten der SS und der R\u00fcstungsindustrie wurde die IKL (\u201eInspektion der Konzentrationslager\u201c) im Februar 1942 dem \u201eSS \u2013 Wirtschafts- Verwaltungshauptamt\u201c unter der Leitung von Oswald Pohl unterstellt. Ab 1942 dienten die Konzentrationslager zum einen verst\u00e4rkt als St\u00e4tten der Ausbeutung zur Zwangsarbeit, zum anderen entstanden mit dem 1940 errichteten Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und dem 1941 erbauten Konzentrationslager Majdanek im \u201eGeneralgouvernement\u201c Orte der Massenvernichtung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bundesarchiv.de\/zwangsarbeit\/haftstaetten\/index.php?tab=24\">(<\/a>Quelle<a href=\"https:\/\/www.bundesarchiv.de\/zwangsarbeit\/haftstaetten\/index.php?tab=24\">: https:\/\/www.bundesarchiv.de\/zwangsarbeit\/haftstaetten\/index.php?tab=24)<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Italienische Milit\u00e4rinternierte (IMI)<\/h2>\n<p>Im Zweiten Weltkrieg waren NS-Deutschland und das faschistische Italien zun\u00e4chst B\u00fcndnispartner. Am 8. September 1943 trat Italien aus dem B\u00fcndnis aus. Die deutsche Wehrmacht nahm daraufhin die italienischen Soldaten und Offiziere gefangen. Etwa 650 000 wurden in das Deutsche Reich und in die besetzten Gebiete deportiert. Das NS-Regime wollte die Arbeitskraft der Italiener ausbeuten. Da im besetzten Italien ein von Deutschland abh\u00e4ngiger faschistischer Marionettenstaat fortbestand, erkl\u00e4rte man die Kriegsgefangenen zu Milit\u00e4rinternierten. So waren die Italiener zwar Milit\u00e4rangeh\u00f6rige eines befreundeten Staates, konnten aber zugleich ohne R\u00fccksicht auf das V\u00f6lkerrecht als Zwangsarbeiter in der R\u00fcstung eingesetzt werden. Hunger, Krankheiten und Gewalt pr\u00e4gten den Alltag der Gefangenen.(Quelle: <a href=\"https:\/\/www.ns-zwangsarbeit.de\/italienische-militaerinternierte\/themen\/deutschland-und-italien-als-buendnispartner-1936-1943\/\">https:\/\/www.ns-zwangsarbeit.de\/italienische-militaerinternierte\/themen\/deutschland-und-italien-als-buendnispartner-1936-1943\/<\/a>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Orte der Zwangsarbeit<\/h2>\n<p>Zwangsarbeiter*innen wurden im Deutschen Reich und in den besetzten Gebieten eingesetzt.\u00a0In insgesamt 30.000 Lagern arbeiteten die verschleppten Menschen unter h\u00e4rtesten Bedingungen. Ihr Alltag war von Rassismus gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Sie wurden von privaten Firmen, Beh\u00f6rden, Bauern oder Familien besch\u00e4ftigt, untergebracht und \u00fcberwacht. Kriegsgefangene und Milit\u00e4rinternierte dagegen unterstanden der Wehrmacht, H\u00e4ftlinge der SS oder der Gestapo.<\/p>\n<p>Praktisch gab es in jedem Betrieb \u2013 vom Gro\u00dfunternehmen bis zum Handwerksbetrieb &#8211; Zwangsarbeiter*innen. Bis Herbst 1941 wurden sie vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt, danach zunehmend auch in der R\u00fcstungsindustrie sowie in anderen kriegswichtigen Industrien, schlie\u00dflich in fast allen Arbeitsbereichen \u2013von Einzelhaushalten \u00fcber mittelst\u00e4ndische Unternehmen bis hin zu Gro\u00dfbetrieben.<\/p>\n<p>In der Landwirtschaft betrug ihr Anteil 46 Prozent, in der Industrie knapp 40 Prozent, davon in der R\u00fcstungsindustrie etwa 50 Prozent.<\/p>\n<p>In gro\u00dfer Zahl wurden Zwangsarbeiter*innen auch im &#8222;Luftschutzdienst&#8220; und zum R\u00e4umen von Tr\u00fcmmern eingesetzt. Sie waren zudem in allen \u00f6ffentlichen Dienstleistungseinrichtungen (Verkehrs- wie Versorgungsbetrieben, M\u00fcllabfuhr und Stra\u00dfenreinigung) t\u00e4tig, ebenso wie in Einrichtungen der beiden christlichen Gro\u00dfkirchen, etwa in Krankenh\u00e4usern oder auf Friedh\u00f6fen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die <b>Technische Nothilfe\u00a0(TN) <\/b>setzte im 2. Weltkrieg ca. 16 000 Zwangsarbeiter*innen aus den besetzten L\u00e4ndern ein (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/ba-charlottenburg-wilmersdorf\/ueber-den-bezirk\/geschichte\/gedenktafeln\/artikel.125664.php\">https:\/\/www.berlin.de\/ba-charlottenburg-wilmersdorf\/ueber-den-bezirk\/geschichte\/gedenktafeln\/artikel.125664.php<\/a>).<\/p>\n<p>Ab 1936 wurde die Technische Nothilfe schrittweise zu einer &#8222;technischen Hilfspolizeitruppe&#8220; im Rahmen der Ordnungspolizei umgewandelt. W\u00e4hrend des Kriegs stellte die Technische Nothilfe technische Einheiten sowohl f\u00fcr den Luftschutz im Reichsgebiet als auch in den besetzten Gebieten im Gefolge der Wehrmacht (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.historisches-lexikon-bayerns.de\/Lexikon\/Technische_Nothilfe#Die_Technische_Nothilfe_im_.22Dritten_Reich.22_und_im_Zweiten_Weltkrieg\">https:\/\/www.historisches-lexikon-bayerns.de\/Lexikon\/Technische_Nothilfe#Die_Technische_Nothilfe_im_.22Dritten_Reich.22_und_im_Zweiten_Weltkrieg<\/a>)<\/p>\n<p>Sie\u00a0war die Vorg\u00e4ngerin des heutige Technischen Hilfswerks (THW). Vgl. <a href=\"http:\/\/www.thwhs.de\/bibliothek\/technische-nothilfe-1919-1945\/\">http:\/\/www.thwhs.de\/bibliothek\/technische-nothilfe-1919-1945\/<\/a>.<\/p>\n<div class=\"toctitle\" dir=\"ltr\" lang=\"de-formal\"><\/div>\n<div dir=\"ltr\" lang=\"de-formal\"><\/div>\n<div dir=\"ltr\" lang=\"de-formal\"><\/div>\n<p>Die <b>Organisation Todt (OT)<\/b> entstand im Mai 1938, als Adolf Hitler Fritz Todt mit den Arbeiten f\u00fcr den Bau des Westwalls beauftragte. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs und der Ernennung Todts Reichsminister f\u00fcr Bewaffnung und Munition bildete sich die OT in eine milit\u00e4risch gegliederte Bauorganisation um.\u00a0Ab 1943 mussten auch Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene unter schwersten Bedingungen auf den OT-Baustellen arbeiten. Gegen Ende 1944 verf\u00fcgte die OT \u00fcber rund 1.360.000 Arbeitskr\u00e4fte, von denen nur etwa 60.000 Deutsche waren.(Quelle: Robert Thoms, Deutsches Historisches Museum 2015, in: <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/ns-regime\/ns-organisationen\/organisation-todt.html\">https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/ns-regime\/ns-organisationen\/organisation-todt.html<\/a>; Zur Zwangsarbeit bei der TN und OT siehe auch: Rafetseder, Hermann, NS-Zwangsarbeits-Schicksale: Erkenntnisse zu Erscheinungsformen der Oppression und zum NS-Lagersystem aus der Arbeit des \u00d6sterreichischen Vers\u00f6hnungsfonds, S. 391-395).<\/p>\n<h2><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Zivilarbeiter<\/h2>\n<p>Als Zivilarbeiter werden Zwangsarbeiter bezeichnet, die keine Kriegsgefangenen, Milit\u00e4rinternierte oder KZ-H\u00e4ftlinge waren.<\/p>\n<p>Rund 8,4 Millionen Zivilarbeiter wurden daf\u00fcr in das Deutsche Reich verschleppt \u2013 M\u00e4nner, Frauen und Kinder aus den besetzten Gebieten Europas.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Gruppe der m\u00e4nnlichen und weiblichen Zivilarbeiter stammte aus der Sowjetunion, gefolgt von Menschen aus Polen und Frankreich. Mehr als die H\u00e4lfte der zur Zwangsarbeit eingesetzten polnischen und sowjetischen Zivilarbeitskr\u00e4fte waren Frauen; viele der Verschleppten waren noch minderj\u00e4hrig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Tschechische Zwangsarbeiter*innen<\/b> Im Herbst 1941 waren bereits ca. 140.000 Tschechen zur Zwangsarbeit eingesetzt.\u00a0Ab September 1942 wurden ganze Jahrg\u00e4nge zur Arbeit in der deutsche R\u00fcstungswirtschaft gezwungen. Diese Willk\u00fcr traf zun\u00e4chst die 1921 und 1922 Geborenen, ca. 135.000 Personen. 1943 kamen die Jahrg\u00e4nge 1923 und 1924 an die Reihe. Im Sp\u00e4tsommer 1944 waren unter den ca. 8,5 Millionen Zwangsarbeitern in Deutschland schlie\u00dflich ungef\u00e4hr 500.000 Tschechen und 200.000 Slowaken. (Quelle: Alena Wagnerov\u00e1, Sie nannten es \u00bbTotaleinsatz\u00ab, Tschechische Arbeitskr\u00e4fte im NS-Staat, in: der Freitag, Die Wochenzeitung,\u00a0 8.9.2000).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In <b>Polen<\/b> wurden aufgrund der sog. Polen-Erlasse bereits im Fr\u00fchjahr 1940 regelrechte Menschenjagden zur Rekrutierung von Arbeitskr\u00e4ften durchgef\u00fchrt. \u00a0Ca. 3 Millionen Polen wurden zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. (Quellen: <a href=\"https:\/\/zeitgeschichte-online.de\/geschichtskultur\/vor-75-jahren-die-polen-erlasse\">https:\/\/zeitgeschichte-online.de\/geschichtskultur\/vor-75-jahren-die-polen-erlasse<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bundesarchiv.de\/zwangsarbeit\/haftstaetten\/index.php?tab=27\">https:\/\/www.bundesarchiv.de\/zwangsarbeit\/haftstaetten\/index.php?tab=27)<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mehr als 700.000 <b>franz\u00f6sische<\/b> Zivilarbeiter, in etwa die Einwohnerzahl Marseilles, bzw. 2 % der franz\u00f6sischen Gesamtbev\u00f6lkerung oder 6% der m\u00e4nnlichen Erwerbsbev\u00f6lkerung der Zeit wurden gegen ihren Willen als Arbeitskr\u00e4fte nach Deutschland verbracht. 1943 stellten sie mit einem Anteil von 26,3% die gr\u00f6\u00dfte Gruppe aller ausl\u00e4ndischen m\u00e4nnlichen Zivilarbeiter dar, 1944 die drittgr\u00f6\u00dfte Ausl\u00e4ndergruppe insgesamt. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.deuframat.de\/konflikte\/krieg-und-aussoehnung\/franzoesische-zwangsarbeiter-in-deutschland-1940-45\/zivile-\">http:\/\/www.deuframat.de\/konflikte\/krieg-und-aussoehnung\/franzoesische-zwangsarbeiter-in-deutschland-1940-45\/zivile-<\/a>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Zwangsarbeit<\/h2>\n<p>Zwangsarbeit ist eine Arbeit, die mit nicht-wirtschaftlichem Zwang und unter Androhung von Strafe verlangt wird.<\/p>\n<p>Unter Zwangsarbeit im Nationalsozialismus versteht man insbesondere die Verschleppung und Ausbeutung von ausl\u00e4ndischen KZ-H\u00e4ftlingen, Kriegsgefangenen und \u201ezivilen\u201c Arbeitskr\u00e4ften in Deutschland.<\/p>\n<p>Deutsche Juden, Sinti und Roma und H\u00e4ftlinge leisteten aber ebenfalls Zwangsarbeit.<\/p>\n<p>Zwangsarbeit gab es auch in Ghettos, Arbeitserziehungslagern und anderen Lagern im gesamten besetzten Europa und betraf insgesamt etwa 26 Millionen Menschen. Einen \u00dcberblick \u00fcber die verschiedenen Lagerarten im NS-Staat finden Sie beim Bundesarchiv, <a href=\"https:\/\/www.bundesarchiv.de\/zwangsarbeit\/haftstaetten\/index.php?tab=2\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Daneben herrschte in vielen besetzten L\u00e4ndern ein allgemeiner Arbeitszwang f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung. Davon abzugrenzen sind die Arbeitspflichten f\u00fcr die deutsche Bev\u00f6lkerung (Reichsarbeitsdienst, Dienstverpflichtung, Landjahr), die unter v\u00f6llig anderen Bedingungen stattfanden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Zwangsarbeiter<\/h2>\n<p>Zwangsarbeiter*innen waren KZ-H\u00e4ftlinge, Kriegsgefangene, Milit\u00e4rinternierte und Zivilarbeiter.\u00a0Insgesamt wurden 26 Millionen Menschen zur Zwangsarbeit eingesetzt: Niemand konnte w\u00e4hrend der NS-Zeit in Deutschland leben, ohne ihnen auf Schritt und Tritt zu begegnen: Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus ganz Europa waren allgegenw\u00e4rtig. Die Lage der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter war f\u00fcr jedermann offen sichtbar. Millionen dieser Menschen geh\u00f6rten in allen Teilen des Reiches zum Alltag w\u00e4hrend des Krieges.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Zwangsarbeitslager<\/h2>\n<p>Die Zwangs- bzw. Zivilarbeiter waren bis auf wenige Ausnahmen in Lagern untergebracht, die \u00fcber das gesamte Reichsgebiet verteilt waren.<\/p>\n<p>Ebenso gab es au\u00dferhalb des Reichsgebietes Zivilarbeitslager, faktisch \u00fcberall dort, wo die Wehrmacht Gebiete besetzt hielt. Deportationen von Zivilarbeitern und Kriegsgefangenen waren dabei an der Tagesordnung.<\/p>\n<p>Der nationalsozialistischen Rassenideologie gem\u00e4\u00df waren die <strong>Lebens- und Arbeitsbedingungen der ausl\u00e4ndischen Zivilarbeiter<\/strong> nach einer rassistischen Hierarchie gestaffelt: Ihre Unterbringung reichte von einfachen Barackenunterk\u00fcnften, die vor allem f\u00fcr westeurop\u00e4ische Zivilarbeitskr\u00e4fte vorgesehen waren, bis hin zu umz\u00e4unten und bewachten Lagern f\u00fcr polnische und sowjetische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die von vornherein den Charakter von Haftst\u00e4tten hatten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Inhaftierten wurden durch besondere <strong>Abzeichen an der Kleidung<\/strong> (<a href=\"https:\/\/www.porta-polonica.de\/de\/atlas-der-erinnerungsorte\/das-zeichen-p\">\u201eP\u201c f\u00fcr Polen<\/a>, \u201eOST\u201c f\u00fcr \u201eOstarbeiter\u201c, die Bezeichnung f\u00fcr sowjetische Zivilarbeiter) gekennzeichnet.<\/p>\n<p>Schwere k\u00f6rperliche Arbeit, Repressionsma\u00dfnahmen, mangelhafte Ern\u00e4hrung, fehlende medizinische Versorgung sowie katastrophale sanit\u00e4re Bedingungen f\u00fchrten zu Unterern\u00e4hung, Entkr\u00e4ftung und im Verlauf des Krieges regelm\u00e4\u00dfig zum Tod von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern. Vor allem zum Ende des Krieges waren die Haftbedingungen in diesen Lagern \u00fcberwiegend mit denen in Konzentrationslagern vergleichbar. Neben j\u00fcdischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern hatten vor allem diejenigen aus der Sowjetunion und Polen die schlechtesten \u00dcberlebenschancen, da ihre im nationalsozialistischen Jargon bezeichnete \u201eVernutzung\u201c w\u00e4hrend des Arbeitseinsatzes nicht nur kalkuliert hingenommen wurde, sondern aktiv als \u201e<strong>Vernichtung durch Arbeit<\/strong>\u201c im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauungspolitik durch das Deutsche Reich betrieben wurde. (Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bundesarchiv.de\/zwangsarbeit\/haftstaetten\/index.php?tab=27\">https:\/\/www.bundesarchiv.de\/zwangsarbeit\/haftstaetten\/index.php?tab=27<\/a>).<\/p>\n<p>Von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft wurden mehr als 3.800 Zwangsarbeitslager als Haftst\u00e4tten mit unmenschlichen Haftbedingungen, unzureichender Ern\u00e4hrung und fehlender medizinische Versorgung eingestuft (Quelle:<a href=\"https:\/\/www.bundesarchiv.de\/zwangsarbeit\/haftstaetten\/index.php?tab=1\">\u00a0https:\/\/www.bundesarchiv.de\/zwangsarbeit\/haftstaetten\/index.php?tab=1<\/a>)<\/p>\n<p>Einen \u00dcberblick \u00fcber die verschiedenen <strong>Lagerarten im NS-Staat<\/strong> finden Sie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bundesarchiv.de\/zwangsarbeit\/haftstaetten\/index.php?tab=2\">hier<\/a>.<\/p>\n<h2><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die nachstehenden Definitionen und Erl\u00e4uterungen sind, soweit nicht anders angegeben, den folgenden Websites entnommen: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Als Archiv-, Ausstellungs- und Lernort informiert das Dokumentationszentrum insbesondere \u00fcber die Geschichte und Dimension der gr\u00f6\u00dften Gruppe der NS-Zwangsarbeit.[&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":80,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zukunft-durch-erinnerung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1345"}],"collection":[{"href":"https:\/\/zukunft-durch-erinnerung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/zukunft-durch-erinnerung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zukunft-durch-erinnerung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zukunft-durch-erinnerung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1345"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/zukunft-durch-erinnerung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1345\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1552,"href":"https:\/\/zukunft-durch-erinnerung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1345\/revisions\/1552"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zukunft-durch-erinnerung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}